Zum Inhalt springen

12. Oktober 2026

Was kostet ein WooCommerce-Shop? Einmalig und laufend

Was ein WooCommerce-Shop kostet: Hosting, Lizenzen, Zahlungsgebühren, Pflichten für deutsche Shops, die Treiber im Aufbau und eine Beispielrechnung.

Was kostet ein WooCommerce-Shop? Einmalig und laufend

WooCommerce selbst kostet nichts. Für Hosting und Lizenzen zahlt ein kleiner Shop wie im Beispiel unten rund 500 bis 1.000 € im Jahr, also etwa 40 bis 85 € im Monat. Dazu kommen einmalig der Aufbau und laufend die Zahlungsgebühren, die Verpackungslizenz, die Rechtstexte und die Wartung.

Die meisten Übersichten im Netz zählen nur Posten auf. Hier steht, welche Kosten einmal anfallen, welche bleiben und wo Shopbetreiber sich am häufigsten verschätzen.

Ist WooCommerce kostenlos?

Das Plugin ja. WooCommerce ist Open Source, und der Hersteller schreibt auf seiner Preisseite ausdrücklich: keine Plattformgebühr, keine Umsatzbeteiligung, kein Monatsabo. Das ist der größte Unterschied zu Mietshops wie Shopify, bei denen Sie monatlich für die Plattform zahlen.

Kostenlos heißt aber nicht gratis zu betreiben. Ein Shop braucht einen Server, ein paar Erweiterungen für den deutschen Markt, Zahlungsanbieter und jemanden, der ihn aktuell hält. Diese Posten sind der eigentliche Preis.

Einmalige Kosten: der Aufbau

Beim Aufbau entscheidet sich der größte Teil des Budgets. Eine seriöse Zahl gibt es dafür erst, wenn klar ist, was der Shop können soll. Diese sechs Dinge bestimmen den Aufwand am stärksten:

  • Sortiment: wie viele Produkte es gibt und wie viele Varianten je Produkt, etwa Größen und Farben.
  • Zahlung und Versand: Standard-Zahlarten und ein Versandtarif sind schnell eingerichtet. Staffelpreise, Abholung oder mehrere Lager brauchen mehr Arbeit.
  • Schnittstellen: ob eine Warenwirtschaft wie JTL, Lexware oder sevDesk angebunden wird oder ein ERP.
  • Kundengruppen: eigene Preise für Händler, Netto-Anzeige oder Freigabe neuer Kunden, wie im B2B üblich.
  • Design: ob ein fertiges Design angepasst wird oder Seiten individuell gestaltet werden.
  • Datenübernahme: ob Produkte, Kunden und Bestellungen aus einem alten Shop umziehen, etwa von Shopify, Magento oder xt:Commerce.

Ein kleiner Shop ohne Varianten mit Standard-Zahlarten ist der einfache Fall. Ein B2B-Shop mit Kundengruppen-Preisen und ERP-Anbindung ist der aufwendige. Wie so ein Großhandels-Shop aufgebaut ist, beschreibe ich in WooCommerce B2B Shop erstellen.

Oft vergessen werden Produktfotos, Produkttexte und das Einpflegen eines großen Sortiments. Wer 800 Artikel aus Excel übernehmen will, sollte das vorher sagen. Ein sauberer CSV-Import geht schnell, ein unsauberer kann Tage kosten.

Ich rechne nach tatsächlichem Aufwand ab, ohne Pauschale. Für einen klar abgegrenzten Shop nenne ich nach einem kurzen Gespräch einen Festpreis. Wie ich bei WooCommerce-Projekten vorgehe und was im Erstgespräch geklärt wird, steht auf der Leistungsseite.

Laufende Kosten: was jedes Jahr bleibt

Nach dem Start hören die Kosten nicht auf. Sie werden nur kleiner und regelmäßiger.

Hosting und Domain

Ein Shop braucht mehr Leistung als eine Visitenkarten-Website, weil Warenkorb und Checkout nicht aus dem Cache kommen. WooCommerce nennt auf seiner Preisseite 25 bis 350 US-Dollar im Monat für die meisten Shops, je nach Besucherzahl und Anspruch an die Geschwindigkeit. Für einen kleinen deutschen Shop reicht oft das untere Ende. Am Hosting zu sparen lohnt sich trotzdem selten: Ein langsamer Checkout kostet Bestellungen, und ein Umzug zu einem anderen Hoster ist später mehr Arbeit, als die Ersparnis wert war. Ein SSL-Zertifikat ist bei den meisten Hostern inzwischen ohne Aufpreis dabei.

Erweiterungen und Lizenzen

Fast jeder Shop braucht ein paar kostenpflichtige Erweiterungen. WooCommerce gibt für Erweiterungen aus seinem Marktplatz 29 bis 299 US-Dollar pro Jahr und Erweiterung an. Die Lizenzen laufen meist jährlich: Wer nicht verlängert, bekommt keine Updates mehr, und ein Plugin ohne Updates ist im Shop ein Sicherheitsrisiko.

Für den deutschen Markt kommt fast immer ein Rechtssicherheits-Plugin dazu, weil WooCommerce von Haus aus Dinge wie Grundpreise, Lieferzeiten und die Button-Lösung nicht nach deutschem Recht abbildet. Ein Beispiel: Germanized gibt es kostenlos, die Pro-Version kostet für eine Domain 85 € im ersten Jahr und 65 € pro Jahr für die Verlängerung, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Darin steckt auch ein Jahr Zugriff auf eine Schnittstelle für Rechtstexte.

Mein Rat aus der Praxis: Zählen Sie die Erweiterungen vor dem Start. Zehn Plugins zu je 80 € im Jahr sind 800 € laufende Kosten, die niemand auf dem Zettel hatte. Oft lässt sich eine Erweiterung durch ein paar Zeilen Code ersetzen, die keine Lizenz brauchen.

Zahlungsgebühren

Zahlungsanbieter verlangen keine Grundgebühr, aber an jedem Verkauf verdienen sie mit. Stripe nennt für Standardkarten aus dem EWR 1,5 % plus 0,25 € pro Zahlung, ohne Einrichtungs- oder Monatsgebühr. Bei PayPal kostet eine Zahlung über PayPal Checkout 2,99 % plus 0,39 €. Bei einem Warenkorb von 40 € sind das 0,85 € mit Stripe und knapp 1,60 € mit PayPal. Bei kleinen Warenkörben fällt der feste Anteil stärker ins Gewicht als der Prozentsatz.

Verpackung und Recht

Wer Waren in Verpackungen an Privatkunden verschickt, muss sich vor dem Verkauf mit diesen Verpackungen an einem dualen System beteiligen. Das regelt § 7 des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes (VerpackDG). Das System verlangt dafür ein Entgelt, das sich nach Materialart und Masse der Verpackungen richtet. Dazu kommen Rechtstexte (AGB, Widerruf, Datenschutz), die Sie entweder über ein Abo oder einmalig von einer Kanzlei beziehen.

Seit dem 28. Juni 2025 müssen Shops für Verbraucher außerdem barrierefrei sein, ausgenommen sind Kleinstunternehmen. Das ist kein Lizenzposten, sondern Arbeit am Theme und am Checkout. Was das Gesetz verlangt, steht in meinem Beitrag zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Onlineshops.

Wartung

Den größten Posten unterschätzen die meisten: die Pflege. WordPress, WooCommerce, Theme und Plugins bekommen laufend Updates, und im Shop sollte keines davon ungetestet live gehen. Wenn nach einem Update der Checkout hängt, fällt das erst auf, wenn die Bestellungen ausbleiben. Größere Umstellungen, etwa auf eine neue Bestelltabelle oder den Block-Checkout, sind jedes Mal ein kleines Projekt mit Test auf einer Kopie des Shops.

Sie können die Pflege selbst übernehmen, wenn Sie eine Testumgebung haben und wissen, was Sie tun. Oder Sie geben sie ab. In meiner WordPress-Betreuung gibt es keine Monatspauschale: Abgerechnet wird nach tatsächlichem Aufwand, ohne Mindestlaufzeit, tägliche Backups und Uptime-Monitoring sind enthalten. Was Wartung am Markt kostet und wie Sie Angebote vergleichen, steht in meinem Ratgeber zu den Kosten der WordPress-Wartung.

Wo die Kalkulation meistens schiefgeht

Drei Rechenfehler sind typisch.

Der erste: Das Budget endet mit dem Livegang. Danach ist kein Geld für Wartung und kleine Anpassungen eingeplant, und der Shop altert, bis ein Update ihn zerlegt. Die Reparatur kommt dann ungeplant, im schlechten Fall an einem Tag mit vielen Bestellungen.

Der zweite: Ein billiges Theme mit eingebautem Pagebuilder spart am Anfang Zeit und kostet sie später doppelt, weil jede Änderung am Layout gegen das Theme gearbeitet werden muss.

Der dritte: Shopify wirkt teurer, WooCommerce wirkt gratis, und beides stimmt nur auf den ersten Blick. Wer die Plattformen vergleicht, sollte die Kosten über drei Jahre rechnen, nicht über den ersten Monat. Meine Sicht dazu steht in WooCommerce vs Shopify.

Eine Beispielrechnung für das erste Jahr

Ein kleiner Shop mit 80 Produkten, fertigem Design, Germanized Pro und zwei weiteren Erweiterungen, Stripe und PayPal als Zahlarten. Die Zahlen sind gerundet und dienen der Orientierung, nicht als Angebot:

  • Hosting: bei 30 € im Monat rund 360 € im Jahr
  • Germanized Pro: 85 € im ersten Jahr, danach 65 €
  • Zwei Erweiterungen aus dem Marktplatz: je nach Erweiterung zusammen 58 bis 598 US-Dollar im Jahr
  • Zahlungsgebühren: abhängig vom Umsatz, bei 40 € Warenkorb etwa 1 € pro Bestellung
  • Verpackungslizenz und Rechtstexte: je nach Anbieter und Menge
  • Aufbau und Wartung: nach Aufwand, siehe oben

Hosting und Lizenzen kommen bei diesem Shop zusammen auf rund 500 bis 1.000 € im Jahr. Den Rest bestimmen der Umsatz, die Verpackungsmenge und der Umfang des Aufbaus. Wenn Sie wissen wollen, wo Ihr Vorhaben landet, schreiben Sie mir kurz, was der Shop können soll. Eine Aufwandsschätzung bekommen Sie innerhalb von zwei Werktagen.

Häufige Fragen zu WooCommerce-Kosten

Ist WooCommerce wirklich gratis?

Das Plugin ja, ohne Plattformgebühr und ohne Umsatzbeteiligung. Kosten entstehen für Hosting, Erweiterungen, Zahlungsanbieter, Rechtstexte und die Wartung des Shops.

Wie viel kostet Germanized Pro?

Laut Hersteller vendidero 85 € für eine Domain im ersten Jahr, die Verlängerung kostet 65 € pro Jahr, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Die Grundversion von Germanized ist kostenlos.

Was kostet es, einen WooCommerce-Shop erstellen zu lassen?

Das hängt vor allem an Sortiment, Zahlung und Versand, Schnittstellen, Kundengruppen, Design und Datenübernahme. Seriös lässt sich der Preis erst nennen, wenn der Umfang klar ist. Wenn Sie einen WooCommerce-Shop erstellen lassen möchten, bekommen Sie von mir nach einem kurzen Gespräch einen Festpreis.

Welche monatlichen Kosten hat ein WooCommerce-Shop?

Im Beispiel-Shop oben etwa 40 bis 85 € im Monat für Hosting und Lizenzen, ohne Wartung, Zahlungsgebühren, Verpackungslizenz und Rechtstexte. Eine Plattformgebühr wie bei Shopify gibt es nicht.

Welche Nachteile hat WooCommerce bei den Kosten?

Sie sind selbst für Server, Updates und Sicherheit verantwortlich. Das ist günstiger als ein Mietshop, solange sich jemand darum kümmert. Wird die Pflege vernachlässigt, kommen die Kosten später als Notfall zurück.