Von WooCommerce zu Shopify umziehen und zurück: was mitkommt, was verloren geht
WooCommerce zu Shopify oder zurück: was Shopifys App und der WooCommerce-Importer übernehmen, was fehlt und wie Weiterleitungen Ihre Rankings halten.
Inhalt
Von WooCommerce zu Shopify umziehen geht, aber nur ein Teil des Shops zieht von selbst mit. Shopifys kostenlose App Store Migration übernimmt Produkte und Kunden aus CSV-Dateien. Alte Bestellungen, Gutscheine, Bewertungen, Blog und Seiten brauchen ein zusätzliches Werkzeug oder Handarbeit, und Kundenpasswörter kommen in keine Richtung mit. Weil Shopify feste Adressen wie /products/ vorgibt, ändert sich außerdem fast jede URL: Ohne vollständige Weiterleitungsliste verlieren Sie Rankings. In der Gegenrichtung, von Shopify zu WooCommerce, holt der eingebaute WooCommerce-Importer nur die Produkte, für Kunden und Bestellungen brauchen Sie ein Plugin.
Kunden sagen mir immer wieder, dass sie von WooCommerce zu Shopify wechseln wollen. Zur Einordnung: Ich bin WooCommerce-Entwickler, meine Sicht ist also die der WooCommerce-Seite. Mit keinem der genannten Anbieter habe ich einen Vertrag, und ich bekomme keine Provision. Funktionen und Preise stehen so, wie die Hersteller sie am 29. Oktober 2026 auf ihren Seiten nennen.
Lohnt sich der Umzug?
Ein Umzug kostet Arbeit, und die Rankings schwanken danach ein paar Wochen, auch wenn alles richtig gemacht ist. Er lohnt sich deshalb nur, wenn das neue System ein Problem löst, das Sie heute wirklich haben.
| Shopify passt eher, wenn … | WooCommerce bleibt besser, wenn … |
|---|---|
| Sie Standardprodukte verkaufen und niemand da ist, der sich um Updates, Hosting und Sicherheit kümmert. | der Shop eigene Funktionen hat, etwa einen Produkt-Konfigurator, Kundengruppen-Preise oder eine tiefe Anbindung an die Warenwirtschaft. |
| Ihr heutiger Shop vor allem wegen veralteter Plugins und fehlender Pflege Ärger macht und Sie ihn ohnehin neu aufbauen würden. | Ratgeber, Blog und Shop in einer WordPress-Website zusammen ranken und Sie die Adressen selbst bestimmen wollen. |
| Sie lieber eine feste Monatsgebühr und Gebühren je Zahlung zahlen als Stunden für die Pflege. | der eigentliche Grund für den Wechsel ist, dass sich niemand um den Shop kümmert. Das lässt sich auch ohne Systemwechsel lösen. |
Der letzte Punkt ist der häufigste. Wenn ein Shop langsam ist, ständig nach Updates fragt und keiner ihn betreut, liegt das meist daran, dass niemand zuständig ist. Shopify nimmt Ihnen Hosting und Updates ab, um Apps, Theme, Produkte und Rechtstexte muss sich aber auch dort jemand kümmern.
Eigene Funktionen sind der zweite Prüfstein. Für den Shop von thestars.de habe ich als WooCommerce-Entwickler ein eigenes Plugin gebaut, mit dem Kunden ihren Nachthimmel als Poster gestalten. So etwas zieht nicht mit um, es müsste in Shopify als App oder im Theme neu entstehen. Was beide Systeme im Monat kosten, rechne ich im Vergleich Shopify oder WooCommerce? durch, mit den Shopify-Preisen in Euro und einem Rechenbeispiel.
Was beim Umzug zu Shopify mitkommt und was nicht
Shopify beschreibt den Weg in seinem Leitfaden für den Umzug von WooCommerce. Die App Store Migration ist kostenlos und liest die CSV-Dateien, die Sie aus WooCommerce exportieren. Was sie abdeckt und was nicht:
| Daten | Was beim Umzug passiert |
|---|---|
| Produkte und Varianten | Kommen mit, zunächst als Entwurf. Shopify erlaubt höchstens drei Optionen je Produkt: Hat ein Produkt in WooCommerce vier oder mehr Variantenmerkmale, kommt es ohne Varianten an. |
| Kategorien | Gibt es in Shopify nicht als eigenes Feld. Sie werden zu Tags, aus denen Sie automatische Kollektionen bauen. |
| Produktbilder | Shopify lädt sie beim Import von den alten Adressen. Der WooCommerce-Shop muss online bleiben, bis der Import fertig ist. |
| Kunden | Kommen mit. WooCommerce exportiert Kunden mit vollständiger Adresse aber nur über ein Plugin. |
| Kundenpasswörter | Kommen nicht mit. Mit den neuen Kundenkonten von Shopify melden sich Kunden mit ihrer E-Mail-Adresse und einem Einmal-Code an. Bei alten Kundenkonten laden Sie sie ein, ein neues Passwort zu setzen. |
| Alte Bestellungen | Nicht per CSV, nur mit einer Migrations-App. Erst Produkte und Kunden importieren, dann die Bestellungen. |
| Gutscheine | Nicht per CSV. In Shopify als Rabatte neu anlegen oder per App übertragen. |
| Bewertungen | Stehen nicht im WooCommerce-Export und brauchen eine Bewertungs-App. |
| Blog und Seiten | Stehen ebenfalls nicht im Export. Neu anlegen oder per App übertragen. |
| Plugin-Daten wie Grundpreis und Lieferzeit aus Germanized | Shopifys Zuordnung hat dafür keine Spalte, Shopify rät sogar, solche Spalten vor dem Import zu löschen. Sie müssen in Shopify neu angelegt werden, als Metafeld oder über eine App. |
| Laufende Aktionspreise | Das Enddatum kommt nicht mit. Notieren Sie es und stellen Sie den Preis nach der Aktion von Hand zurück. |
Wer mehr als Produkte und Kunden mitnehmen will, braucht ein bezahltes Werkzeug. Shopify nennt selbst drei: Matrixify holt Produkte, Kategorien, Kunden, Bestellungen, Gutscheine, Blogbeiträge und Seiten direkt über die WooCommerce-Schnittstelle und legt dabei Weiterleitungen von den alten Adressen an. Laut Preisseite kostet das ab 20 US-Dollar für 30 Tage, im kleinsten Paket mit bis zu 5.000 Produkten und 1.000 Bestellungen je Import. Der Ablestar WooCommerce Importer übernimmt die ersten 20 Produkte kostenlos, weitere ab 4,99 US-Dollar, Bestellungen und Kunden ab 9,99 US-Dollar. LitExtension rechnet nach Zahl der Datensätze ab und berechnet Weiterleitungen und SEO-Adressen als Zusatzoption extra.
Schritt für Schritt von WooCommerce zu Shopify
Die Reihenfolge folgt Shopifys Leitfaden, ergänzt um die Punkte, an denen Umzüge in der Praxis hängen bleiben.
- Bestandsaufnahme. Welche Plugins übernehmen welche Aufgabe, etwa Rechtstexte, Rechnungen, Versand, Zahlarten oder die Anbindung an die Warenwirtschaft? Für jede dieser Aufgaben brauchen Sie in Shopify eine Einstellung oder eine App. Notieren Sie auch in der Search Console unter „Leistung“, welche Seiten die meisten Besucher bringen.
- Alle Adressen sichern. Exportieren Sie jede Produkt-, Kategorie-, Seiten- und Blogadresse, am einfachsten aus der Sitemap. Diese Liste ist die Grundlage der Weiterleitungen.
- Testimport. Spielen Sie zuerst Produkte, dann Kunden und zuletzt mit einer App die Bestellungen in einen Shopify-Shop, der noch nicht unter Ihrer Domain läuft. Prüfen Sie Varianten, Preise, Bilder und Bestände an ein paar Produkten von Hand.
- Neu anlegen, was nicht mitkommt. Kollektionen aus den Tags, Rabatte, Seiten, Blog, Rechtstexte und alles, was Germanized oder andere Plugins bisher erledigt haben.
- Versand, Steuern und Zahlungsanbieter einrichten und danach Testbestellungen mit jeder Zahlart aufgeben.
- Weiterleitungen importieren. Shopify rät, sie vor dem Umzug der Domain anzulegen, damit Lesezeichen und Links von außen nicht ins Leere führen. Wie die Liste aussieht, steht im nächsten Abschnitt.
- Domain umstellen. Ihre Domain können Sie behalten. Stellen Sie alle Adressen auf einmal um, nicht Bereich für Bereich.
- Nachkontrolle. Neue Sitemap in der Search Console einreichen und in den folgenden Wochen die Seiten mit Fehler 404 prüfen.
Adressen und Rankings: die Weiterleitungsliste
WooCommerce legt Produkte in der Grundeinstellung unter /product/ und Kategorien unter /product-category/ ab, das steht in der WooCommerce-Dokumentation zu Permalinks. Shopify hat feste Pfade, die Sie nicht ändern können. Jede alte Adresse braucht deshalb eine Weiterleitung auf die neue:
| Adresse in WooCommerce | Adresse in Shopify |
|---|---|
| /product/kapuzenpulli/ | /products/kapuzenpulli |
| /product-category/pullover/ | /collections/pullover |
| /versand/ (Seite) | /pages/versand |
| /pflegetipps/ (Blogbeitrag) | /blogs/news/pflegetipps |
Die Weiterleitungen legen Sie im Shopify-Adminbereich bei den Menüs unter „URL-Weiterleitungen“ an oder importieren sie als CSV-Datei. Laut Shopify-Hilfe sind bis zu 100.000 Weiterleitungen möglich, im Plus-Plan bis zu 20 Millionen. Zwei Regeln von derselben Seite überraschen viele:
- Shopify leitet nur von Adressen weiter, die keine Seite mehr laden. Gibt es unter der alten Adresse in Shopify noch eine Seite, greift die Weiterleitung nicht.
- Adressen, die mit /shop beginnen, lassen sich nicht weiterleiten. Das trifft WooCommerce-Shops mit der Permalink-Einstellung „Shop-Basis“, deren Produkte unter /shop/produktname/ liegen. Prüfen Sie das vor dem Umzug mit einer Testweiterleitung auf Ihrer Domain. Klappt es nicht, muss die Weiterleitung vor Shopify greifen, etwa beim DNS- oder CDN-Anbieter.
Google beschreibt in seiner Anleitung für Website-Umzüge, worauf es ankommt: dauerhafte Weiterleitungen (301 oder 308), die mindestens ein Jahr bestehen bleiben, jede alte Adresse auf die passende neue und nicht alle auf die Startseite, die neue Sitemap in der Search Console einreichen. Bei kleinen bis mittelgroßen Websites dauert es laut Google ein paar Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind, und die Rankings schwanken in dieser Zeit. Das Tool zur Adressänderung in der Search Console brauchen Sie nur, wenn sich die Domain ändert. So eine Liste plane ich auch bei jedem Website-Relaunch, denn dort stellt sich dieselbe Frage.
Was in Deutschland neu eingerichtet werden muss
In einem deutschen WooCommerce-Shop erledigen meist Germanized oder German Market die Pflichten des deutschen Rechts: den Bestellbutton, Grundpreise, Lieferzeiten, Rechnungen und seit Juni 2026 den Widerrufsbutton. Davon kommt beim Umzug nichts mit, jede dieser Aufgaben braucht in Shopify eine eigene Lösung.
- Bestellbutton: Nach § 312j BGB muss die Schaltfläche am Ende der Bestellung „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine ebenso eindeutige Formulierung tragen. Prüfen Sie im Shopify-Checkout, wie Ihr Button beschriftet ist.
- Widerrufsbutton: Seit dem 19. Juni 2026 müssen Verbraucher nach § 356a BGB über eine Schaltfläche widerrufen können. Shopify verweist in seiner Hilfe zum EU-Widerrufsrecht auf seine Regeln für Rückgaben und Stornierungen plus einen gut sichtbaren Link. In WooCommerce übernimmt das zum Beispiel Germanized, wie im Beitrag zum Widerrufsbutton in WooCommerce beschrieben.
- Rechtstexte: Shopify kann Richtlinien wie AGB und Datenschutz automatisch erzeugen, schreibt aber in seiner Hilfe selbst, dass sie den aktuellen Rechtsstand nicht unbedingt abbilden. Übernehmen Sie Ihre geprüften Texte von Ihrer Rechtsberatung oder Ihrem Rechtstexte-Dienst.
- Zahlarten: Shopify Payments ist in Deutschland verfügbar. Mit einem externen Zahlungsanbieter berechnet Shopify je nach Plan eine Zusatzgebühr von 2 bis 0,2 Prozent je Zahlung, Details im Vergleich der Kosten.
Die Gegenrichtung: von Shopify zu WooCommerce
WooCommerce beschreibt den Weg in seinem Leitfaden für den Umzug von Shopify, Stand 19. Oktober 2026. Die wichtigsten Punkte:
- Produkte exportieren Sie in Shopify als CSV-Datei und spielen sie mit dem eingebauten Produkt-Importer von WooCommerce ein, Varianten eingeschlossen. Spalten, die der Importer nicht kennt, übernimmt er nicht. Die Bilder stehen nicht in der Datei, WooCommerce holt sie von den Shopify-Adressen. Lassen Sie den Shopify-Shop deshalb bis zum Ende des Imports laufen.
- Kunden und Bestellungen kann der eingebaute Importer nicht. WooCommerce nennt dafür Plugins von Drittanbietern. Passwörter kommen auch in dieser Richtung nicht mit, Kunden setzen nach dem Umzug ein neues. Zahlungsdaten wie die Transaktionsnummer werden nicht übertragen, und Versand, Steuern und Gutscheine kommen laut WooCommerce unter Umständen nicht sauber an.
- Werkzeuge: WooCommerce empfiehlt die Erweiterung Migrate & Import Shopify to WooCommerce des Anbieters FmeAddons, die Produkte, Kunden, Bestellungen, Seiten, Blog und Gutscheine überträgt, laut Marktplatz für 71 € im Jahr. Kostenlos überträgt das Plugin S2W Produkte mit Bildern, Varianten und Kategorien, alles Weitere nur in der bezahlten Version.
- Adressen: Aus /products/name wird in WooCommerce standardmäßig /product/name/. In den Permalink-Einstellungen können Sie mit einer eigenen Basis die Produkte aber auch unter /products/ ablegen, dann bleiben die Produktadressen fast gleich. Für alle übrigen Adressen legen Sie 301-Weiterleitungen an, zum Beispiel mit dem Plugin Redirection, und prüfen danach die Fehler 404 in der Search Console.
Häufige Fragen
Kann ich von WooCommerce zu Shopify umziehen, ohne Rankings zu verlieren?
Weitgehend ja, wenn jede alte Adresse per 301 auf die passende neue weiterleitet und die Inhalte gleich bleiben. Google rechnet bei kleinen und mittelgroßen Websites mit ein paar Wochen, in denen die Rankings schwanken. Verloren gehen Rankings vor allem dort, wo Weiterleitungen fehlen oder alles auf die Startseite zeigt.
Kommen die Passwörter meiner Kunden mit?
Nein, in keine Richtung. Bei Shopify melden sich Kunden mit den neuen Kundenkonten per E-Mail-Code an und brauchen kein Passwort. In WooCommerce setzen umgezogene Kunden ein neues Passwort.
Was kostet der Umzug an Werkzeugen?
Shopifys App Store Migration ist kostenlos, übernimmt aber nur Produkte und Kunden. Für Bestellungen, Gutscheine, Blog und Seiten kommen bezahlte Werkzeuge dazu, Matrixify zum Beispiel ab 20 US-Dollar für 30 Tage (Stand 29. Oktober 2026). Dazu kommt die Arbeitszeit für Bestandsaufnahme, Nacharbeit und Weiterleitungen, und danach der monatliche Shopify-Plan. Was ein WooCommerce-Shop im Vergleich laufend kostet, steht im Beitrag Was kostet ein WooCommerce-Shop?
Kann ich meine Domain behalten?
Ja. Shopify übernimmt Ihre bestehende Domain, nur die Adressen der einzelnen Seiten ändern sich. Genau dafür brauchen Sie die Weiterleitungsliste.
Brauche ich für den Umzug von Shopify zu WooCommerce ein Plugin?
Für Produkte nicht, die übernimmt der Produkt-Importer von WooCommerce aus Shopifys CSV-Export. Für Kunden und Bestellungen ja, dafür nennt WooCommerce Plugins von Drittanbietern oder die Erweiterung von FmeAddons.
Hilfe beim Umzug
Sie überlegen, Ihren Shop umzuziehen, und wollen vorher wissen, was mitkommt? Ich prüfe Ihren WooCommerce-Shop, die Plugins und die Adressen, die bei Google Besucher bringen. Ein Umzug von Shopify zu WooCommerce lässt sich auch ganz übergeben: Daten, Germanized, Weiterleitungen und Testbestellungen auf einer Kopie, bevor die Domain umgestellt wird. Mehr zu meiner Arbeit an Shops steht auf der Seite WooCommerce-Freelancer. Schreiben Sie mir über das Kontaktformular oder rufen Sie an unter 089 3288 6771.
Für Ihr eigenes Projekt: Checklisten zum Abhaken und als PDF